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Der Wettbewerb "Boeselager-Vergleichswettkampf"


Jeder Panzeraufklärer kennt ihn und viele haben in ihrer Dienstzeit aktiv teilgenommen. Weit über die Truppengattung hinaus ist der Wettbewerb ein Begriff. NATO-weit hat man sich gemessen, die Leistungsfähigkeit überprüft und sein Können unter Beweis gestellt.

Wichtig sind die Beweggründe, die zum Boeselager-Wettbewerb führten. Als am 9. Dezember 1970 der erste Vergleichswettkampf für Panzeraufklärer zu Ende ging und Philipp Frhr. v. Boeselager sowie Oberstleutnant Seuffert, Kommandeur Panzeraufklärungsbataillon 7 in Augustdorf die Siegerehrung vornahmen, konnte keiner der beiden Initiatoren des Vergleichswettkampfes ahnen, welchen Umfang, besonders aber welche zentrale Bedeutung für die Ausbildung der sich daraus entwickelnde Vielseitigkeitswettbewerb für die Panzeraufklärungstruppe im Bündnis einmal erhalten würde. Den endgültigen Namen des Wettbewerbes, der in seiner Urversion noch "Gefechtsausbildungsvergleichwettkampf" hieß, wählte man in Erinnerung und zu Ehren des Mannes, der in jungen Jahren während des II. Weltkrieges zum Wiederbegründer der deutschen Kavallerie geworden war und von seinen Zeitgenossen als „moderner Seydlitz“ bezeichnet wurde. (Siehe auch Texttafel im Traditionsraum). Bereits der erste Wettbewerb fand großen Anklang. Mannschaften aus den Panzeraufklärungsbataillonen 2, 3, 7 und 12 verglichen ihre Fertigkeiten an den Stationen:

  • Verteidigungsschießen einer Gruppe
  • Sprengen
  • 50 km Orientierungsmarsch durch das Eggegebirge
  • sowie weiterer Einlagen aus allen Ausbildungsgebieten für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften.

Bis zum Jahr 1976 etablierte sich der jährlich veranstaltete Vergleich der Panzeraufklärungsbataillone und bekam in diesem Jahr internationalen Charakter, da 6 Mannschaften von NATO-Partnern erstmals einer offiziellen Einladung folgten. Der Wettbewerb erfuhr somit seine Aufnahme in die Reihe anerkannter Vergleichsmöglichkeiten des Heeres. Über die Dauer waren alle NATO-Staaten bis auf Griechenland, Portugal und Island (unterhält keine eigene Streitkraft) vertreten.

Mit Einführung des Spähpanzers LUCHS im Jahre 1975 entstand als Herzstück des Wettbewerbes, anstelle der bis dahin durchgeführten Durchschlageübung, der Spähtrupp-Parcours. Von Anfang an nutzte man diesen Parcours, in dem nichts anderes als die „gold-gelben“ Einsatzgrundsätze umgesetzt wurden, auch dazu, um das Einsatzspektrum der deutschen Panzeraufklärungstruppe der eigenen höheren Führung sowie auch den ausländischen Beobachtern darzustellen. Aufklärung in die Tiefe, Aufklärungseinsatz in großen Räumen und sichere Auftragserfüllung in feindbesetztem Gebiet mögen hier als Stichworte genannt sein. 1988 nahmen in Eutin bereits 24 Teams aus 11 Nationen am Boeselager-Wettbewerb teil. Ab 1992 kamen national die neu aufgestellten Panzeraufklärungsbataillone 70 (Gotha) und 80 (Beelitz) erstmals bei dem in Augustdorf ausgerichteten Wettkampf hinzu.

Noch im Sommer des Jahres, passend zum Zehnjährigen der Patenschaft mit der Stadt Paderborn, konnte das Bataillon, als eines von wenigen in der Bundeswehr, zum zweiten Mal die Korpsmedaille des 1. Korps als Leistungsanerkennung unter anderem wegen der straffen Organisation und reibungslosen Durchführung des Boeselager-Wettkampfes in Empfang nehmen.

1994 waren dann erstmals die Auswirkungen des NATO-Einsatzes auf dem Balkan zu spüren, auch erteilte der Inspekteur des Heeres den Auftrag, den Wettbewerb konzeptionell hinsichtlich des erweiterten Aufgabenspektrums weiterzuentwickeln.

996 fanden dann die neuen Aufgaben des Heeres, auf die Panzeraufklärungstruppe zugeschnitten, zusätzlich Eingang in die Stationen (Konvoi-Begleitung, Umgang mit fremden Ethnien, exakte Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten, Verhandlungen am Check-Point). Im gleichen Jahr fand in Lüneburg allerdings auch der bisher letzte Boeselager-Wettbewerb statt. Wenngleich es gerade im internationalen Umfeld ein starkes Interesse an der Weiterführung des zuletzt nur alle zwei Jahre veranstalteten Wettbewerbes gab, veranlasste doch die Ausweitung der Bündnisverpflichtungen, den Boeselager-Wettbewerb, wie zuvor andere Vergleichswettbewerbe der Bundeswehr, auszusetzen. Es mag als Trost gelten, dass der Boeselager-Wettbewerb als letzter von allen international anerkannten Vergleichsmöglichkeiten eingestellt wurde.

 

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